Dekra ISO 9001 Brandwache

Wie lange muss eine Brandwache aufgestellt werden?

Wie lange eine Brandwache aufgestellt bleibt, lässt sich nicht mit einer einzigen Stundenzahl beantworten. Die Spanne reicht von zwei Stunden nach einer kurzen Schweißnaht bis zu mehreren Wochen, wenn eine Brandmeldeanlage länger ausfällt. Den Ausschlag gibt nicht der Kalender, sondern die Gefahrenlage: Die Wache endet, wenn ein erneuter Brandausbruch ausgeschlossen werden kann.

Für den häufigsten Fall, die Absicherung feuergefährlicher Arbeiten, gibt es dazu eine belastbare Vorgabe. Die DGUV Information 205-001 verlangt, die Arbeitsstelle nach den Arbeiten regelmäßig im Zeitfenster von zwei bis vier Stunden zu kontrollieren, bis eine weitere Brandentwicklung ausgeschlossen ist. Glutwachen nach einem Feuer laufen in der Praxis meist 24 bis 48 Stunden, und beim Ausfall einer Brandmeldeanlage endet die Wache erst mit der Reparatur. Dieser Überblick ordnet alle Einsatzarten und zeigt, woraus sich die Dauer jeweils ergibt.

Brandwache: wie lange sie dauert, entscheidet die Einsatzart

Der wichtigste Faktor für die Dauer ist das Einsatzfeld. Glutwache, Brandposten bei Schweißarbeiten, Brandsicherheitswache im Veranstaltungsbetrieb und Ersatzwache bei defekter Brandmeldeanlage haben dieselbe Aufgabe. Sie sollen einen Brand verhindern. Ihre Zeitprofile aber sind völlig verschieden.

Bei Glutwachen ist der Zeitdruck am größten und die Einsatzdauer vergleichsweise kurz. Bei Baustellen und Veranstaltungen ist es umgekehrt: Der Termin steht lange vorher fest, dafür zieht sich der Einsatz über Tage oder Wochen. Und beim Ausfall einer Brandmeldeanlage weiß zu Beginn niemand, wie lange es dauert, weil die Reparatur den Takt vorgibt.

Dauer nach Einsatzart im Überblick

Die folgende Tabelle fasst zusammen, mit welcher Dauer Sie bei den gängigen Formen rechnen sollten und woraus sich die Zeit jeweils ableitet.

Art der Brandwache Übliche Dauer Woraus sich die Dauer ergibt
Brandposten während Heißarbeiten Für die gesamte Zeit der Arbeiten Eintrag im Erlaubnisschein, abgeleitet aus der Gefährdungsbeurteilung
Nachkontrolle nach Heißarbeiten Kontrollen im Zeitfenster von zwei bis vier Stunden, bei hoher Brandlast deutlich länger DGUV Information 205-001
Glutwache nach einem Feuer In der Praxis meist 24 bis 48 Stunden, im Einzelfall länger Größe der Brandstelle, Schutt und verdeckte Hohlräume
Brandwache bei Ausfall der Brandmeldeanlage Wenige Stunden bis mehrere Tage Endet mit der Wiederinbetriebnahme der Anlage
Brandsicherheitswache auf Veranstaltungen Veranstaltungsdauer plus Aufbau und Abbau Auflage in der Betriebserlaubnis, Versammlungsstättenverordnung des Landes
Brandwache auf Baustellen Bauphase, häufig mehrere Wochen Bauablauf und Brandschutzkonzept des Objekts
Brandwache bei Waldbrandgefahr Mehrere Tage bis Wochen Wetterlage und Nachlöscharbeiten

Wer die Dauer festlegt, ist geregelt

Die Dauer ist keine Verhandlungssache zwischen Auftraggeber und Sicherheitsdienst. Sie ergibt sich aus zwei Dokumenten, die der Betreiber ohnehin führen muss.

Die Gefährdungsbeurteilung ist der Ausgangspunkt

Vor feuergefährlichen Arbeiten legt die Unternehmensleitung im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung fest, welche Schutzmaßnahmen nötig sind und ob es dafür eine schriftliche Erlaubnis braucht. Dort wird auch entschieden, ob überhaupt eine Brandwache gestellt wird und wie lange sie bleibt. Wer diesen Schritt überspringt und stattdessen eine Faustregel anwendet, hat im Schadensfall nichts in der Hand.

Der Erlaubnisschein trägt die Zeiten schriftlich ein

Der Erlaubnisschein für Schweiß-, Schneid-, Löt-, Auftau- und Trennschleifarbeiten hat dafür ein eigenes Feld. Eingetragen wird, wer die Wache während der Arbeit übernimmt und wer sie danach stellt. Dazu kommen die Dauer in Stunden, der erste Kontrollzeitpunkt und der Abstand der weiteren Kontrollgänge. Die DGUV empfiehlt, den Erlaubnisschein samt Anlagen mindestens zehn Jahre aufzubewahren. Mehr dazu steht in unserem Beitrag zur Schweißerlaubnis und zum Erlaubnisschein für Heißarbeiten.

Nach Heißarbeiten gilt ein Kontrollfenster von zwei bis vier Stunden

Die häufigste Falschannahme lautet, nach dem Schweißen seien pauschal 24 Stunden Wache nötig. Die geltende Schrift sagt etwas anderes. Die DGUV Information 205-001 „Betrieblicher Brandschutz in der Praxis“ formuliert es so: „Nach den Arbeiten ist die Arbeitsstelle regelmäßig im Zeitfenster von zwei bis vier Stunden zu kontrollieren und die Umgebung auf Glimmnester, verdächtige Erwärmung (ggf. mit Hilfe einer Wärmebildkamera) und Rauchentwicklung zu prüfen, bis eine weitere Brandentwicklung ausgeschlossen ist.“ Entscheidend ist also nicht eine Zahl, sondern der Nachweis, dass nichts mehr glimmt. Das kann in einer aufgeräumten Stahlbauhalle nach wenigen Stunden der Fall sein. In einem Gebäude mit Dämmung, Zwischendecken und Kabelschächten streckt sich die Überwachung dagegen auf 24 Stunden und mehr. Funken setzen sich dort in Hohlräumen fest und glimmen lange.

Noch ein Hinweis zur Rechtsgrundlage, weil sie in Angeboten regelmäßig falsch auftaucht. Die frühere DGUV Information 205-002 „Brandschutz bei feuergefährlichen Arbeiten“ wurde im Dezember 2020 zurückgezogen und ist in der 205-001 aufgegangen. Wer sich heute noch auf die 205-002 als geltenden Stand beruft, arbeitet mit einer veralteten Quelle. Die Einordnung haben wir in einem eigenen Beitrag zur zurückgezogene DGUV Information 205-002 aufgeschrieben. Wie die Nachkontrolle konkret abläuft, zeigt der Beitrag Brandwache nach Schweißarbeiten. Die Absicherung selbst übernehmen wir als Brandwache bei feuergefährlichen Arbeiten.

Glutwachen nach einem Feuer laufen meist 24 bis 48 Stunden

Wenn die Feuerwehr abgerückt ist, beginnt die kritische Phase. Unter Schutt, in Dämmstoffen und hinter Verkleidungen sitzen Glutnester, die Stunden später wieder auflodern können. Die Glutwache ist deshalb eine Standwache: Sie beobachtet die betroffene Fläche durchgehend, statt Rundgänge über ein großes Areal zu drehen.

In der Praxis rechnen wir bei diesen Einsätzen mit 24 bis 48 Stunden. Länger wird es, wenn die Brandstelle groß ist, wenn viel Material entfernt werden muss oder wenn die Fläche erst freigegeben werden muss, bevor geräumt werden darf. Kurzfristig sind diese Einsätze fast immer, weil ein Brand sich nicht ankündigt. Wer als Betreiber vorbereitet sein will, klärt die Rahmenbedingungen einmal im Voraus, statt sie nachts am Telefon zu verhandeln. Den Einsatz selbst decken wir als Brandposten nach einem Feuer ab.

Beim Ausfall der Brandmeldeanlage endet die Wache mit der Reparatur

Fällt eine Brandmeldeanlage aus oder muss sie für Wartungs- und Umbauarbeiten abgeschaltet werden, übernehmen Menschen die Aufgabe der Technik. Das ist die einzige Einsatzart, bei der die Dauer zu Beginn ehrlicherweise offen ist: Sie endet, wenn die Anlage wieder meldet. Bei einem defekten Melder sind das wenige Stunden, bei einem Softwarefehler oder fehlenden Ersatzteilen mehrere Tage.

Anders als bei der Glutwache arbeiten die Kräfte hier mit Rundgängen, weil sie die Fläche abdecken müssen, die sonst die Melder überwachen. Sie brauchen dafür Ortskenntnis und Übung an der Brandschutztechnik. Wie ein geplanter Eingriff sauber abläuft, beschreibt der Leitfaden Brandmeldeanlage abschalten. Für den ungeplanten Fall gibt es den Beitrag richtig reagieren beim Ausfall der Brandmeldeanlage. Die Ersatzwache stellen wir als Brandwache bei BMA-Ausfall.

Auf Veranstaltungen zählen Aufbau und Abbau mit

Bei Veranstaltungen wird die Dauer regelmäßig zu knapp kalkuliert, weil nur an die Veranstaltung selbst gedacht wird. Tatsächlich beginnt die Arbeit mit der Begehung der Location: Brandlasten werden beseitigt, Risikobereiche markiert, Positionen und Rundgänge festgelegt. Und sie endet nicht mit dem letzten Gast, denn beim Abbau wird geflext, geleuchtet und geräumt, oft von müden Crews.

Ob eine Brandsicherheitswache überhaupt gefordert ist, richtet sich nach der Versammlungsstättenverordnung des jeweiligen Bundeslandes und nach der Betriebserlaubnis für die Veranstaltung. Kommt Pyrotechnik oder offenes Feuer ins Spiel, steigt der Dokumentationsaufwand deutlich. Die Rechtslage haben wir unter Brandwache auf Veranstaltungen nach VStättVO aufgeschlüsselt, die Abgrenzung der Begriffe unter Brandsicherheitswache.

Was die Dauer im Einzelfall nach oben treibt

Zwischen zwei Stunden und zwei Tagen liegt viel Spielraum, und den bestimmt die Umgebung. Nach oben ziehen vor allem verdeckte Bereiche: abgehängte Decken, Installationsschächte, Dämmung, Staubwände und alles, wo ein Funke landen kann, ohne dass jemand es sieht. Dazu kommen Materialien, die lange glimmen, bevor sie brennen, und Räume mit hohem Sachwert, in denen sich niemand einen Restzweifel leisten will.

Ein praktisches Hilfsmittel ist die Wärmebildkamera. Sie macht Erwärmung sichtbar, bevor Rauch entsteht, und verkürzt damit die Zeit bis zur belastbaren Entwarnung. Umgekehrt gilt: Wo weder Brandlasten noch schwer einsehbare Bereiche vorhanden sind, ist eine kurze Nachkontrolle vertretbar, wenn die Gefährdungsbeurteilung das trägt.

Diese sechs Angaben braucht ein Anbieter für die Kalkulation

Damit die Planung schnell geht, halten Sie bei der Anfrage am besten diese Punkte bereit:

  • Wann die Brandwache benötigt wird, mit Datum und Uhrzeit
  • Wo der Einsatzort liegt, mit Adresse und Zugang
  • Warum die Wache nötig ist, also Glutwache, Ausfall der Brandmeldeanlage, Heißarbeiten oder Veranstaltung
  • Bei Glutwachen: wie groß die vom Brand betroffene Fläche ist
  • Um welche Nutzung es geht, also Bürogebäude, Fertigungshalle, Klinik, Chemiebetrieb oder Lagerhalle
  • Welche Auflagen Feuerwehr, Sachversicherer oder Brandschutzdienststelle bereits gemacht haben

Aus diesen Angaben ergeben sich Dauer und Personalbedarf recht genau. Wo die Dauer offen bleibt, etwa bei einer defekten Brandmeldeanlage, wird nach geleisteten Stunden abgerechnet. Welche Faktoren in den Preis einfließen, steht unter Brandwache Kosten.

Warum eine zu kurz geplante Brandwache teuer wird

Die Dauer ist kein reines Organisationsthema, sondern eine Haftungsfrage. Bricht nach dem Ende der Überwachung ein Brand aus, prüft der Versicherer, ob die Nachkontrolle dem entsprach, was Gefährdungsbeurteilung und Erlaubnisschein festgelegt haben. Wurde dort nichts festgelegt oder wurde die Wache früher abgezogen als vereinbart, wird aus einem Sachschaden schnell ein Streit über die Regulierung. Was dabei auf dem Spiel steht, beschreibt der Beitrag Brandwache und Versicherung.

Deshalb lohnt sich der umgekehrte Blick: Die Frage ist nicht, wie kurz eine Brandwache sein darf, sondern ab wann eine weitere Brandentwicklung sicher ausgeschlossen ist. Diese Antwort gehört dokumentiert, nicht geschätzt.

Häufige Fragen zur Dauer einer Brandwache

Wie lange muss man eine Brandwache halten?

Eine feste Stundenzahl gibt es nicht. Maßgeblich ist die Gefährdungsbeurteilung des Betreibers, und der Erlaubnisschein hält die vereinbarte Zeit schriftlich fest. Der Endpunkt ist bei jeder Einsatzart derselbe: Die Wache bleibt, bis eine weitere Brandentwicklung ausgeschlossen ist. Wie das je nach Einsatz aussieht, zeigt die Tabelle weiter oben.

Wie lange muss man nach dem Schweißen eine Brandwache halten?

Die Vorgabe lautet, die Arbeitsstelle nach den Arbeiten regelmäßig im Fenster von zwei bis vier Stunden zu kontrollieren, bis eine Brandentwicklung ausgeschlossen ist. Bei hoher Brandlast, Dämmung oder schwer einsehbaren Bereichen wird daraus eine Überwachung von bis zu 24 Stunden. Die konkrete Zeit steht im Erlaubnisschein.

Wie lange dauert eine Glutwache nach einem Brand?

Üblich sind 24 bis 48 Stunden. Länger dauert es bei großen Brandstellen, viel Schutt oder verdeckten Hohlräumen, in denen Glutnester überdauern können.

Wie lange bleibt die Brandwache bei einem Ausfall der Brandmeldeanlage?

Bis die Anlage wieder betriebsbereit ist. Das reicht von wenigen Stunden bei einem defekten Melder bis zu mehreren Tagen, wenn Ersatzteile fehlen. Abgerechnet wird in diesen Fällen nach geleisteten Einsatzstunden.

Wann ist eine Brandwache erforderlich?

Immer dann, wenn die Gefährdungsbeurteilung eine Brandgefahr feststellt, die anders nicht beherrscht werden kann. Typische Fälle sind feuergefährliche Arbeiten außerhalb dafür eingerichteter Plätze, die Zeit nach einem Brand, eine abgeschaltete oder gestörte Brandmeldeanlage und Veranstaltungen mit angeordneter Brandsicherheitswache.

Was kostet eine Brandwache pro Stunde?

Den Preis bestimmen Dauer, Uhrzeit, Qualifikation der Kräfte und der Aufwand vor Ort. Kurzfristige Nachteinsätze und Wochenenden liegen über einem planbaren Tageseinsatz. Ein belastbarer Betrag lässt sich erst nennen, wenn Einsatzart und Dauer feststehen, deshalb nennen wir ihn im individuellen Angebot.

Weiterlesen, wenn Ihre Frage eine andere war

Rund um die Dauer landen viele verwandte Fragen auf dieser Seite. Falls Sie eigentlich etwas anderes gesucht haben: Wie lange die Qualifikation der Brandschutzhelfer gilt, klärt der Beitrag zur Ausbildung zertifizierter Brandschutzhelfer. Wann ein Brandschutzkonzept fortgeschrieben werden muss, steht unter Brandschutzkonzept. Was hinter Feuerwiderstandsklassen wie F 90 steckt, erklären wir bei den Brandschutz- und Feuerwiderstandsklassen. Zur Bewacher-ID und zum Bewacherregister gibt es einen eigenen Beitrag, und für die Zeit nach einem Waldbrand den Beitrag Brandwache nach einem Waldbrand.

Wenn Sie den konkreten Fall besprechen wollen: Schildern Sie uns Einsatzart, Ort und Zeitpunkt, dann sagen wir Ihnen, mit welcher Dauer zu rechnen ist. Zum Kontakt.

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